Demokratiearbeit in Oberhavelhinschauen, austauschen, gemeinsam weiterdenken
Am 4. November 2026 wurde in der Kulturfuge Oranienburg der Entwurf der Situations- und Ressourcenanalyse der Partnerschaft für Demokratie Oberhavel vorgestellt. Wir vom Bündnis für Dialog und Toleranz waren dabei und berichten, was uns der Abend gezeigt hat.
Ein Abend, an dem sich der Landkreis vernetzt hat
, Kulturfuge Oranienburg: Die Partnerschaft für Demokratie Oberhavel hatte zur Vorstellung der Situations- und Ressourcenanalyse mit anschließendem Werkstatt-Gespräch eingeladen. Die Veranstaltung fand in Kooperation von Partnerschaft für Demokratie Oberhavel, Kreisjugendring Oberhavel und dem Landkreis Oberhavel statt. Juliane Lang war Gastgeberin des Abends, Dr. Christoph Schulze stellte den Entwurf der Analyse vor.
Es kamen viele Akteure aus dem gesamten Landkreis zusammen: aus Vereinen und Initiativen, aus Jugendarbeit und Beratung, aus Verwaltung und Politik. Wir haben die Gelegenheit genutzt, uns mit ihnen auszutauschen und zu vernetzen.
Danke an die Partnerschaft für Demokratie und den Kreisjugendring für die Einladung und an die Kulturfuge Oranienburg für die Gastfreundschaft.

Was die Analyse zeigt: Politische Gewalt ist meist rechts
Ein Befund aus dem Entwurf beschäftigt uns besonders. Von den politisch motivierten Gewalttaten, die die Polizei von 2016 bis 2025 in Oberhavel erfasst hat, wurden 67 Prozent dem rechten Spektrum zugeordnet. Die übrigen Taten verteilen sich so:
| Zuordnung 2016 bis 2025 | Anteil |
|---|---|
| rechts | 67 % |
| sonstige Zuordnung / nicht zuzuordnen | 23 % |
| ausländische Ideologie | 5 % |
| religiöse Ideologie | 3 % |
| links | 2 % |
Auch die Entwicklung der politisch motivierten Straftaten insgesamt gibt Anlass zum Hinsehen: Die Polizei erfasste 278 Fälle im Jahr 2023, 603 im Wahljahr 2024 und 500 im Jahr 2025. Über den gesamten Zeitraum von 2016 bis 2025 waren es 2.987 Straftaten, von denen 63,2 Prozent rechtsmotiviert waren. Je 100.000 Einwohner lag Oberhavel 2024 mit 277 Fällen leicht über dem Landesdurchschnitt Brandenburgs von 266. Bei den antisemitischen Vorfällen verzeichnet der Entwurf für 2025 76 von landesweit 461.

Das Bild ist nicht überall gleich
Eine Kartenfolie der Präsentation zeigt die Wahlergebnisse für das rechte Spektrum für die Orte des Landkreises. Grün bedeutet unter dem Durchschnitt, Rot über dem Durchschnitt und Grau im Durchschnitt.
Die Karte macht sichtbar, dass sich Orte deutlich unterscheiden. Genau deshalb ist ein genauer Blick vor Ort wichtig, statt nur auf Kreiszahlen zu schauen.

Das Werkstatt-Gespräch: Zahlen allein verändern nichts
Auf die Vorstellung folgte das Werkstatt-Gespräch. An einer großen Pinnwand sammelten die Teilnehmenden auf Karten, wer sie sind und was ihre Stärken sind, und was ihr Engagement erschwert. Engagierte aus Vereinen, Initiativen, Verwaltung und Politik trugen so Stärken und Hürden zusammen.
Die Pinnwand zeigt, wie vielfältig das Engagement im Landkreis ist: Jede Karte ist eine Stimme aus Oberhavel.

Was wir als Bündnis mitnehmen
- Demokratie lebt von Menschen, die sich vor Ort einmischen und vernetzen.
- Der Befund zur rechten Gewalt verpflichtet zum Hinschauen, im ganzen Landkreis und in jedem Ort.
- Die Vielfalt des Engagements ist eine Stärke. Sie braucht Austausch, damit aus einzelnen Stimmen gemeinsames Handeln wird.
Dafür stehen wir auch in Velten, Oberkrämer und Leegebruch weiter ein. Danke an alle, die mitgedacht und mitdiskutiert haben.
Quelle der Zahlen: Präsentation zum Entwurf der Situations- und Ressourcenanalyse Oberhavel, Partnerschaft für Demokratie Oberhavel, Kulturfuge Oranienburg, 4. November 2026. Es handelt sich um einen Entwurf, Zahlen können sich in der Endfassung ändern.
Mehr zur Partnerschaft für Demokratie im Landkreis: mensch-oberhavel.de. Mehr zum Kreisjugendring: kjr-ohv.de.