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Velten hält zusammen8. und 9. November 2026

In Velten leben Menschen mit ganz unterschiedlicher Herkunft, Religion und Überzeugung. Das wollen wir am 8. November gemeinsam feiern. Am 9. November erinnern wir daran, wohin Ausgrenzung führen kann, auch hier bei uns. Beide Veranstaltungen sind offen für alle. Sie müssen niemanden kennen und nicht Mitglied sein, Sie sind einfach willkommen.

Die Termine auf einen Blick

Velten hält zusammen: Friedensaktion

  • Ort: Bürgerhaus / Gemeindezentrum Velten-Süd, Hermann-Aurel-Zieger-Straße 21, 16727 Velten
  • Mit: der muslimischen Gebetsgruppe in Velten
  • Programm: politisches Friedensgebet mit Gebeten und Redebeiträgen, Mitbring-Picknick
  • Für alle: Alle Einwohnerinnen und Einwohner sind herzlich eingeladen.

Gedenken an Carl Calm

  • Ort: Bahnstraße Ecke Poststraße, Velten
  • Anlass: Jahrestag der Pogromnacht 1938
  • Mitbringen: Wer mag, bringt eine eigene Grabkerze mit.
  • Eingeladen: alle Veltenerinnen und Veltener, Marwitzer und Leegebrucher und alle, die sich zugehörig fühlen
Einladung zur Friedensaktion Velten hält zusammen am Sonntag, 8.11.2026, 11:00 Uhr im Bürgerhaus Velten-Süd, gemeinsam mit der muslimischen Gebetsgruppe und mit Redebeiträgen aus Kirchen, Religionsgemeinschaften und Politik
Einladung zum 8. November (Sharepic). Gern teilen!

Sonntag, 8. November: Velten hält zusammen

Warum wir das tun

Zu einer Kleinstadt gehört, dass alle Gruppen und Vereine ihren Platz haben und wertgeschätzt werden. Wir möchten zeigen, dass in Velten Menschen verschiedener Religionen und Überzeugungen zusammenhalten. Wenn wir einander begegnen, essen und miteinander reden, wird die Fremdheit kleiner und das Verständnis wächst.

Was Sie erwartet

Gemeinsam mit der muslimischen Gebetsgruppe in Velten laden wir zu einem politischen Friedensgebet ein: mit Gebeten verschiedener Konfessionen und kurzen Redebeiträgen von Kirchen, Religionsgemeinschaften und demokratischen Parteien. Jeder Beitrag dauert höchstens vier Minuten, danach ist Zeit für Gespräche.

Zum Mitbring-Picknick dürfen Sie gern etwas mitbringen, das Ihnen schmeckt. Kaffee ist da, bunte Wimpelketten sorgen für Stimmung. Kommen Sie mit Kindern, Freunden und Nachbarn, so wie Sie sind. Wir feiern im großen Raum mit Küche im Gemeindezentrum Velten-Süd (Bürgerhaus). Die Veranstaltung ist als Versammlung angemeldet.

  1. Gebete und Redebeiträge

    Angefragt sind die katholische Gemeinde, die Baptisten, die muslimische Gebetsgruppe sowie CDU, SPD, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen.

  2. Kaffee und Mitbring-Picknick

    Wir teilen, was gut schmeckt, und kommen ins Gespräch.

Montag, 9. November: Gedenken an Carl Calm

Warum wir das tun

In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden in ganz Deutschland jüdische Menschen verfolgt, Synagogen brannten, Geschäfte wurden zerstört. Das Unrecht geschah nicht nur in den Großstädten, sondern auch in kleinen Orten wie unserem. Wir finden: Nur wenn wir uns daran erinnern, können wir heute aufmerksam sein, wenn Menschen ausgegrenzt werden sollen.

Deshalb erinnern wir in diesem Jahr erstmals an Carl Calm, einen Veltener Unternehmer. Er ist heute auf einem Foto in der Dauerausstellung der Gedenkstätte Sachsenhausen zu sehen, mit einem Schild um den Hals, das ihn als „Rassenschänder“ brandmarken sollte. Nach Zeitzeugenaussagen wurde der jüdische Geschäftsmann in Velten auf diese Weise durch die Stadt geführt und öffentlich gedemütigt. Sein weiteres Schicksal ist bis heute unbekannt. Er war einer von uns, ein Nachbar, und er soll nicht vergessen sein.

Was Sie erwartet

Wir treffen uns um 18:00 Uhr an der Bahnstraße Ecke Poststraße, im Freien. Es gibt Musik, ein Lied und ein paar Worte zu Carl Calm und zur Pogromnacht. Wer mag, bringt eine eigene Grabkerze mit. Sie können aber auch einfach dabeistehen. Eingeladen sind alle Veltenerinnen und Veltener, Marwitzer und Leegebrucher und alle, die sich zugehörig fühlen.

Einladung zum öffentlichen Gedenken an Carl Calm am Montag, 9. November 2026, ab 18:00 Uhr, Bahnstraße Ecke Poststraße in Velten. Symbolbild einer Figur im Anzug vor Umrissen weiterer Personen.
Einladung zum 9. November (Sharepic). Gern teilen! Quelle: Ausstellungstafel der Gedenkstätte Sachsenhausen, nach Zeitzeugenaussagen.

Ablauf

  1. Musik zum Beginn

    Neele spielt auf der Querflöte.

  2. Begrüßung

  3. Lied

    „Wir wünschen Frieden euch allen“

  4. Redebeitrag

    Die Pogromnacht 1938 wird mit dem Schicksal von Carl Calm verbunden. Dank an die Beteiligten und ein Ausblick auf die Veranstaltungen im Januar.

  5. Musik zum Schluss

    Neele spielt auf der Querflöte.

Erinnern, damit wir verstehen: unsere Reihe bis Januar

Eine Erinnerung an einem Abend reicht nicht. Deshalb ist der 9. November der Auftakt einer Reihe, zu der wir alle einladen, die mehr über die Geschichte unserer Stadt wissen möchten. Rund um den 27. Januar, den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (international: Holocaust-Gedenktag), gibt es zwei Gelegenheiten:

  1. Infoabend: Velten und das KZ Sachsenhausen

    Wir erzählen, was wir über Zwangsarbeit und KZ-Haft in Velten wissen, und beantworten Ihre Fragen.

  2. Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen

    Wir besuchen die Gedenkstätte gemeinsam und laden alle ein, sich anzuschließen. Dort hängt in der Dauerausstellung auch das Foto von Carl Calm. Treffpunkt und Zeit geben wir noch bekannt.

Unser Projekt

Eine Kachel fehlt

In Velten gab es Zwangsarbeit und KZ-Haft, mitten im Alltag der Stadt. Unsere Website zeigt in einem Lageplan, wo. Sie ist ein erster Aufschlag und wird über die nächsten Wochen und Monate weiterentwickelt. Schauen Sie gern vorbei.

Ausschnitt des Lageplans von einekachelfehlt.de: Karte von Velten mit nummerierten Kacheln, die Orte von Zwangsarbeit, Verfolgung und KZ-Haft markieren
Ausschnitt des Lageplans auf einekachelfehlt.de (Stand 29.10.2026). Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL).

Folgen Sie uns

Aktuelles zu den Veranstaltungen und zur Erinnerungsreihe finden Sie auf Instagram bei @buendnis_dialog_und_toleranz und bei @einekachelfehlt. Das Projekt „Eine Kachel fehlt“ finden Sie auch auf Facebook und mit der Karte unter einekachelfehlt.de.

Sie möchten mitmachen?

Wir treffen uns in der Regel am ersten Montag im Monat um 19:00 Uhr im Gemeindezentrum, Breite Str. 17. Das nächste Treffen ist am Montag, 2. November 2026. Alle sind willkommen.

Pressemitteilung 08. und 09.11.2026

Velten, 29.10.2026

Velten hält zusammen: Vielfalt feiern am 8. November, der Verfolgung gedenken am 9. November

Das Bündnis für Dialog und Toleranz (Velten, Oberkrämer, Leegebruch) lädt am 8. und 9. November zu zwei Veranstaltungen ein, die zusammengehören: Am Sonntag feiern wir die Vielfalt in unserer Stadt, am Montag erinnern wir an die Verfolgung von Menschen in Velten.

Sonntag, 8. November, 11:00 Uhr: „Velten hält zusammen“

Gemeinsam mit der muslimischen Gebetsgruppe in Velten veranstaltet das Bündnis eine Friedensaktion im Gemeindezentrum Velten Süd. Es gibt Redebeiträge aus den Kirchen, Religionsgemeinschaften und den demokratischen Parteien. Wir setzen damit ein sichtbares Zeichen: Velten hält zusammen. Alle Einwohnerinnen und Einwohner sind herzlich eingeladen.

Pfarrer Martin Doß: „Zu einer Kleinstadt gehört auch, dass alle Gruppen und Vereine ihren Platz haben und wertgeschätzt werden. Am 8. November wollen wir dieses offene Miteinander mit einer Friedensaktion am Bürgerhaus feiern und zeigen: Velten hält zusammen. Dazu passt wunderbar das Mitbring-Picknick. Wir teilen, was gut schmeckt und können miteinander reden. Die Fremdheit wird kleiner. Das Verständnis wächst.“

Montag, 9. November, 18:00 Uhr: Gedenken an Carl Calm

Am Jahrestag der Pogromnacht 1938 treffen wir uns an der Bahnstraße Ecke Poststraße. Wir erinnern erstmals an Carl Calm, einen Veltener Unternehmer. Er ist heute auf einem Foto in der Dauerausstellung der Gedenkstätte Sachsenhausen zu sehen, wie er in Velten öffentlich gedemütigt wurde. Wer mag, bringt eine eigene Grabkerze mit. Eingeladen sind alle Veltenerinnen und Veltener, Marwitzer und Leegebrucher und alle, die sich zugehörig fühlen.

Pfarrer Martin Doß: „Ich bin dankbar für diese Initiative. Nur wenn ich mich an das Unrecht von damals erinnere, kann ich für ein gutes Miteinander im Velten von heute eintreten. Das Gedenken hilft mir, die feinen Antennen für die Situationen zu entwickeln, wo heute im Namen der Mehrheit Minderheiten ausgegrenzt werden sollen.“

Die Gedenkveranstaltung ist der Auftakt einer Erinnerungsreihe, die am 22. Januar mit einem Infoabend und am 30. Januar mit einem Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen fortgesetzt wird. Begleitend dokumentiert das Projekt „Eine Kachel fehlt“ (www.einekachelfehlt.de) die Orte von Zwangsarbeit und KZ-Haft in Velten.

Kontakt für Rückfragen: Pfarrer Martin Doß, 0151 12342443, wofuerstehstdu@gmx.de
Weitere Informationen: www.dialog-und-toleranz.de